Allgemeines und Mitgliedschaft
Das Filmbüro NW ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit dem Ziel, die Filmkultur in Nordrhein-Westfalen zu befördern. Das Filmbüro NW existiert seit 1980 und hat seinen Sitz in Köln, vormals Mülheim a. d. R. Der Verein hat derzeit ca. 200 Mitglieder: Filmemacher, Produzenten, Regisseure, Filmjournalisten, Cutter, Drehbuchautoren, Kameraleute, Verleiher, Kulturförderer und andere. Die Mitgliederversammlung als oberstes Organ wählt jährlich einen siebenköpfigen Vorstand, der den Verein vertritt. Dieser Vorstand besteht zur Zeit aus Stephan Brüggenthies (Vorsitzender), Sibylle Stürmer (stellvertretende Vorsitzende), Dr. Robert Krieg (Schriftführer), Christian Fürst (Schatzmeister), Kai Künnemann, Susanne Grüneklee und Jan Bonny (Beisitzer). Mitglied werden kann jeder Filmschaffender, der die ZIele des Vereins unterstützen will. Das Antragsformular wird auf Wunsch zugesandt oder lässt sich unter dem Punkt "Mitglieder" (oben links) herunterladen. Der jährliche Verbandsbeitrag beträgt z. Zt. 120 € und ist steuerlich absetzbar. Mitglieder erhalten automatisch das Branchenmagazin "black box", es gibt Vergünstigungen oder kostenlose Eintritte zu Branchenveranstaltungen (z. B. 2008: Cologne Conference, Medienforum), zudem Service für Berlinale-Akkreditierung und viele weitere Vorteile.
Satzung des Filmbüro als pdf herunterladen
Beitrittserklärung als pdf herunterladen
Filmförderung
Das Filmbüro NW wählt die Gremienmitglieder für die Kulturelle Filmförderung des Landes NRW (2008 und 2009: ca. 1,5 Mio. Euro) aus. Dieses seit über zwanzig Jahren bewährte Verfahren funktioniert folgendermaßen: Für jede der drei Produktions- und Vertriebssitzungen im Jahr wird ein neues Gremium aus drei professionellen Fachleuten aus der Filmbranche zusammengestellt, die in den letzten Jahren nicht am Gremium teilgenommen haben dürfen und im laufenden Fördertermin keinen Antrag eingereicht haben. Die drei Filmschaffenden sollten aus unterschiedlichen Berufsgruppen (z. B. Produzent, Regisseur und Dokumentarfilmer oder - für Vertrieb - Verleiher, Kinobetreiber und Vertreter aus filmkulturellen Organisationen) stammen, nicht eng miteinander verbunden sein, verschiedene Geschlechter haben und nicht vollständig aus Nordrhein-Westfalen stammen. Durch diese Methodik wird gewährleistet, dass die Förderungsanträge ausschließlich nach künstlerisch-inhaltlicher Qualität und kultureller Relevanz bewertet werden. Da jeder Einreicher die Möglichkeit hat, sein Projekt zweimal einzureichen, ist er zudem nicht von der Personenkonstellation eines Fördergremiums abhängig. Wichtig zu bemerken ist hierbei, dass eine Kontinuität und eine minutiöse Kenntnis der nordrhein-westfälischen Filmbranche durch die Betreuer des Gremiums aus der Filmstiftung, zur Zeit Mike Wiedemann, Anna Fantl und - für Vertrieb - Britta Lengowski gewährleistet wird.
Darüber hinaus existiert bei der Filmstiftung ein aus dem Filmbüro übernommener "Aktueller Topf" für dringende Fördermaßnahmen, der auch über das Filmbüro NW zum Vorschlag kommen kann.
Sämtliche Unterlagen zur Förderungseinreichung in der Kulturellen Filmförderung finden sich unter der "Produktion 2" in der Filmstiftung NRW (siehe LINKS), die die Förderart seit 2002 finanziell und organisatorisch betreut.
Bei der neu geschaffenen Nachwuchsförderung in der Filmstiftung konnten einige inhaltliche Regelungen durch den Vorstand positiv beeinflusst werden. Nachwuchsanträge können auch weiterhin an das Gremium Produktion 2 gestellt werden.
Vernetzung
Das Filmbüro NW betreut darüber hinaus sein Netzwerk an Filmschaffenden, berät und stellt Kontakte her. Er vertritt seine Mitglieder film- und medienpolitisch in Land und Bund. Vielfältige Veranstaltungen werden von Filmbüro NW und Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW (dfi) durchgeführt, die von Petra L. Schmitz geleitet wird und kontinuierlich einen hohen inhaltlichen Mehrwert in den letzten Jahren gebracht hat.
Das Filmbüro verfügt über je einen Sitz in der Landesmedienanstalt (LfM) und im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR), der gemeinsam mit den beiden anderen Filmverbänden in NRW - dem Produzentenverband und dem VFFV - wahrgenommen wird. Letzte Vertreterin des Filmbüro in der LfM war Petra L. Schmitz. Im Rundfunkrat hat das Mandat Horst Schröder, der seit kurzem das AV-Gründerzentrum für junge Filmschaffende in Köln leitet; das stellvertretende Mandat übt Filmbüro-Vorstand Sibylle Stürmer aus. Das Filmbüro vertritt des weiteren z. Zt. über seinen Vorsitzenden die Sektion Medien und Film im Vorstand des Kulturrats NRW, der sich unter der Leitung von Bundesminister a. D. Gerhart Baum als wichtiges Sprachrohr in der nordrhein-westfälischen Kulturpolitik entwickelt hat. Über seine Schriftführerin ist das Filmbüro zudem am sogenannten "Runden Tisch" vertreten, der mit der Landesregierung aktuelle Thematiken der Medienlandschaft NRW bespricht. Mit dem Netzwerk Filmkultur NRW, das vor allem Festivals und Filmwerkstätten des Landes vertritt, besteht ein Austausch. Auf Bundesebene gehört das Filmbüro der Bundesvereinigung des Deutschen Films (BuFi), dem Dachverband aller Filmkulturellen, an.
Das Filmbüro verfügt im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen über ein umfangreiches Archiv aus 22 Jahren selbständiger Fördertätigkeit. Die selbständige Fördertätigkeit wurde 2002 auf Betreiben der damaligen Landesregierung beendet, was das Filmbüro aber - nach fünfjähriger Rückschau - unbeschadet überstanden hat.
Veranstaltungen
Zusätzlich führt das Filmbüro seit 2006 Veranstaltungen zu aktuellen Medienthemen durch, die das Spannungsfeld zwischen der Autonomie des Filmschaffens und den Marktbedürfnissen umreißen. So fand bereits 2006 die Veranstaltung „Fernsehen der Zukunft? Handy-TV, IPTV und weitere neue Distributionsformen“ gemeinsam mit der KHM statt; weitere erfolgreiche Symposien, die von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurden, waren z. B. „Kontinuierlich Filme machen – wie geht das?“, „Die dämonische Leinwand“ über den Zugang deutscher Filmemacher zum Fantastischen Kino, oder "Ende der Fiktion?" über den Einfluss des Dokumentarischen im fiktionalen Film. Darüberhinaus führt die dfi (Dokumentarfilminitiative) im Filmbüro NW bereits seit Jahren erfolgreiche Veranstaltungen durch, darunter auch - gemeinsam mit der Duisburger Filmwoche - das Projekt "dokyou!".
Stand: 31. Dezember 2008